Der Girls’ Day ist ein einmal im Jahr stattfindender Aktionstag, der speziell Mädchen und Frauen motivieren soll, technische und naturwissenschaftliche Berufe zu ergreifen. Er soll damit dazu beitragen, den Anteil der weiblichen Beschäftigten in den sogenannten „Männerberufen“ zu erhöhen und damit den sich abzeichnenden Fachkräftemangel in der Industrie zu verringern.
Auch das Berufsbildungswerk München beteiligt sich seit vielen Jahren regelmäßig an dieser tollen Aktion. Hier ein Bericht vom letzten Jahr:
Am 23. April 2010 war es wieder soweit - Girls' Day im BBW München von 9 bis 14 Uhr und erstmals auch der Boys' Day.
An dem Girls' und Boys' Day nahmen in diesem Jahr mehr als 70 Schülerinnen und Schüler teil. Einige von ihnen besuchten den Gärtnereibetrieb in Frontenhausen und die Friseurinnung in der Münchner Innenstadt. Alle anderen verteilten sich auf die Werkstätten der Schreinerei, Schneiderei, Druckerei, Feintäschnerei, Malerei, Industriemechanik, Metallbauer und der Gestalter für visuelles
Marketing.
Bildergalerie (bitte klicken)
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Girls’ Day gewährt Einblicke in Männerberufe
Bereits zum neunten Mal fand der Girls’ Day - Mädchen Zukunftstag - bundesweit statt. In München wurden über 100 Veranstaltungen angeboten. Parallel dazu fand für Jungen der Boys’ Day statt. Auch das Berufsbildungswerk München (BBW) des Bezirks Oberbayern in Johanneskirchen beteiligte sich wieder. Das BBW, das hörgeschädigte Jugendliche ausbildet, öffnete an diesem Tag seine gewerblich-technischen Werkstätten für die Mädchen und die frauenspezifischen Berufsfelder für die Buben.
„Mädchen können ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt erhöhen, wenn sie auch Interesse für typische Männerberufe haben und sich dort bewerben,“ betont der Ausbildungsleiter des BBWs München, Peter Hausner. „Aber dieses Mal wollten wir auch die Jungen ansprechen. Denn im BBW gibt es ein paar Werkstätten, die deutlich männer-unterpräsentiert sind: die Schneiderei, die Feintäschnerei, der Gestalter für visuelles Marketing oder auch beim Berufsfeld Friseur sind bisher nur Mädchen,“ führt Hausner weiter aus. „Denn auch für die Jungen bieten sich so neue berufliche Chancen.“
Ob der Girls’ oder der Boys’ Day in einen konkreten Berufswunsch münden wird, war für die betreuenden Lehrkräfte erst einmal zweitrangig. Für Claudia Burzler aus Hohenwart war von Bedeutung, „dass die Schüler und Schülerinnen sich trauen, etwas Neues zu machen. Die Mädchen haben an der großen Druckmaschine an Schrauben gedreht, sie wissen jetzt, wie es in einer Druckerei aussieht.“
Immerhin, so ergab eine Studie der bundesweiten Koordinierungsstelle aus dem Jahr 2008 für den Girls’ Day, dass 45,7 % der Mädchen angaben, dass sie Berufe kennengelernt haben, die sie interessieren. Und 28,6 % können sich sogar konkret vorstellen, in dem am Aktionstag vorgestellten Beruf später zu arbeiten.
Auch für Nils und Fabian aus Straubing war der Tag erkenntnisreich. Sie waren in der Werkstatt der Gestalter für visuelles Marketing und standen vor einer kniffligen Aufgabe. „Das ist echt kompliziert. Wir sollen alle Waren einräumen und dekorieren. Es soll so aussehen, als ob man in ein Geschäft geht und dabei Lust zum Kaufen bekommen. Und vorher müssen wir noch ein Skizze machen,“ so die beiden Siebtklässler etwas unsicher. Am Ende des Aktionstages haben sie jedoch alles perfekt aufgebaut und strahlen erleichtert.
Insgesamt nahmen 74 Schülerinnen und Schüler der 7. bis 9. Klassen aus bayerischen Förderschulen an dem Aktionstag in 13 Werkstätten des BBWs teil. Davon waren 37 Mädchen und 37 Jungen, somit gleichberechtigt.
































